Oberbrunn in Oberfranken im oberen Maintal

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Entstehung und Ende der Liebenburg in Oberbrunn

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„Gottesgarten am Obermain“

Die Parteien einigten sich 1268, die Urkunde über diese Einigung stellte Graf Hermann von Henneberg in Ebersdorf bei Coburg aus. Der Bischof von Bamberg zahlte dem Grafen 650 Pfund Pfennige (eine damals ansehnliche Summe), jedoch bekam der Graf Hermann von Henneberg nur ein Drittel ausbezahlt, mit dem Rest wurden seine Schulden bei Bamberger und Lichtenfelser Juden getilgt. Bis die Summe erbracht war, besetzten die Brüder Iring und Dietrich von Kunstadt die Liebenburg in Oberbrunn. Dann, nach der Zahlung, sollte die Liebenburg an den Bischof von Bamberg fallen, der sie nach Gutdünken behalten oder zerstören konnte. Offenbar lag dem Bischof von Bamberg daran, die Anlage verkommen zu lassen und das tat er dann auch. Sie war für die Sicherung des Maintals wohl auch nicht unbedingt vonnöten, stand damals auch noch die Burg auf dem Ansberg, die letztmals 1292 erwähnt wurde. Bischof Berthold von Bamberg zahlte dem Grafen Hermann von Henneberg die vereinbarte Summe und riss alsbald, vielleicht noch im Herbst 1268, die Befestigung nieder. Das hätte das Ende der Liebenburg oberhalb von Oberbrunn bedeuten können.

Aber ein Nachfolger Bertholds Bischof von Bamberg, Bischof Leupold von Egloffstein, übertrug 1338 den Burgstall (Standort der ehemaligen Burg) an Heinrich von Giech als Lehen, damit dieser die Liebenburg wieder errichte und künftig innehabe. Was genau den Bischof zu dieser Maßnahme bewog, wissen wir nicht. Heinrich von Giech baute die Liebenburg rasch wieder auf, gewiss konnte er noch Ruinen der hennebergischen Burg verwenden. 1348 wird sein gleichnamiger Sohn erstmals als Heinrich von Giech "zu Brunn" bezeichnet.

Im Jahre 1401 ist vermerkt das Albrecht von Giech "zu Brunn" Peter Fürer ein Pferd und eine Armbrust sowie Balthasar Kessing zwei Pferde und eine Armbrust genommen hat. Weiterhin hat er die beiden einige Zeitlang gefangenen gehalten. Gut 150 Jahre später überfiel Veit zu Giech "zu Oberbrunn" (gestorben 1558) gemeinsam mit anderen Personen den Juden Isaak aus Öttingen, als dieser in Böhmen reiste. Sie schleppten ihn mit verbundenen Augen quer durch die Oberpfalz und hielten ihn schließlich mehrere Wochen in einem Burgverlies (Liebenburg) fest. Veit von Giech "zu Oberbrunn" und seine Helfer nahmen dem Juden Isaak nicht nur das mitgeführte Geld, die Schuldscheine und den Schmuck ab, den er bei sich trug. Sie erpressten noch dazu von seinen Angehörigen ein Lösegeld von 1600 Gulden, eine damals sehr beachtliche Summe. Nachdem der Jude Isaak vom Grafen Veit von Giech "zu Oberbrunn" als Gefangener freigelassen würde, versuchte Isaak von Öttingen zu ermitteln, wo und von wem er festgehalten worden war und er fand es schließlich heraus. Es war Graf Veit von Giech "zu Oberbrunn" und eingesperrt war er auf der Liebenburg in Oberbrunn. Daraufhin verklagte er Veith von Giech "zu Oberbrunn" vor dem Reichskammergericht in Speyer. Wie der Prozess weiterging wissen wir nicht.