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Oberbrunn in Oberfranken im oberen Maintal |
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Entstehung und Ende der Liebenburg in Oberbrunn |
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Homepage der Ortschaft Oberbrunn im „Gottesgarten am Obermain“ |
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Fast 150 Jahre lang wohnte nun ein Zweig der Adelsfamilie von Giech in Oberbrunn. Zeitweise waren die Liebenburg und der dazugehörige Besitz sogar unter verschiedenen Familienmitgliedern aufgeteilt. Erst Matthes von Giech zu Bruchau, der seit 1505 einen Teil von Oberbrunn innehatte, vereinigte die Teile wieder, indem er 1515 den Brüdern Hans von Giech zu Zettmannsdorf und Kumet von Giech zu Lisberg sowie einem Hans von Giech ihre Anteile an der Liebenburg abkaufte. Aber schon wenige Jahre später war der Besitz erneut geteilt. Einer der letzten Bewohner der Liebenburg Oberbrunn war Sigmund von Giech zu Brunn, Buchau und Roth (geboren 1557, gestorben 1605). Über sein Erbe stritten sich seine unverheiratete Schwester, Ursula von Giech und sein Sohn Johann Matthäus von Giech (geboren 1583, gestorben 1622). Als dieser kinderlos starb, bewohnte seine Witwe die Burg. Seine Lehen fielen dagegen an einen entfernten Verwandten, an Hans Erhard von Giech zu Thurnau. Nachdem auch dieser 1628 kinderlos gestorben war, erbten mehrere Vettern. Erst 1635 kam das Rittergut wieder in eine Hand, nämlich in die von Karl Gottfried von Giech zu Thurnau (geboren 1607, gestorben 1649). Ihn beerbte, nach einem Erbstreit, sein unmündiger Sohn Christian Karl von Giech (geboren 1641, gestorben 1695). Er war der letzte seiner Familie, dem die Aufsicht der Liebenburg samt Ländereien und Lehnsleuten zugeteilt wurde. Wohl schon seit 1630 war die Liebenburg zu Oberbrunn nicht mehr bewohnt. Die Erbstreitigkeiten nach 1622 verhinderten wohl Baumaßnahmen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Liebenburg beschädigt und ein Erdbeben tat ein übriges. Das Beben habe, heißt es 1680, "das Schloßgebäude erschüttert und voneinander getrieben", das eine Reparatur schier unmöglich gewesen sei. Die Burg verfiel, 1679 schrieb ein Adeliger dem Bamberger Bischof, sie sei gänzlich ruiniert und in völligen Abgang kommend und dass ein Wiederaufbau unwirtschaftlich sei. Da die Mauern unbrauchbar und bis auf den Boden niedergerissen werden müssten und von Grund auf alles ganz neu errichtet werden müsste. Daraufhin warf der Bamberger Bischof seinem Lehenmann Christian Karl von Giech vor, dass das Rittergut Oberbrunn in gänzlichen Ruin und Abgang komme, obwohl schon dem Vater des Empfängers die Wiederherstellung befohlen worden sei. Richte Giech die Gebäude nicht her, werde der Bischof sie ihm, dem Lehensrecht gemäß nehmen. Aber Christian Karl von Giech dachte gar nicht daran zu bauen. Ein erforderlicher Grundbau sei für ihn unerschwinglich, versicherte er dem Bischof. Ohnehin wollte Giech das Gut Oberbrunn verkaufen, das ihm wohl wenig einbrachte und durch das ihm andererseits erhebliche Kosten drohten. Bereits 1679 war Hans Georg von Lauter als Kaufinteressent aufgetreten und im folgenden Jahr bat Giech den Bischof, ihm den Verkauf an den Obristwachtmeister und brandenburgischen Rat Johann Ulrich von Danngrieß zu gestatten. Doch das tat der Bischof nicht, vielmehr kaufte er das Rittergut selbst und verleibte es dem Hochstift Bamberg ein. Doch der Bischof hatte erst recht kein Interesse an einer Burg in Oberbrunn. Sie verfiel weiter, so daß schon vor 150 Jahren nur noch wenige Mauerreste zu sehen waren. |